Drachenblutharz

Drachenblutkugel mit goldenem Siegel
Handelsübliche Drachenblutkugel mit goldenem Siegel.

Herkunft

Das rote Drachenblutharz wurde schon im Altertum gewonnen und zu verschiedenen (Heil und Kosmetik)- Zwecken verwendet. Ursprünglich stammte es nur von der Insel Socotra (westlich Somalia), später wurde dieser Begriff auf verschieden Pflanzen und Gegenden ausgedehnt.
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Die Pflanze

Das heute gewonnene Drachenblut- harz stammt hautsächlich von der Palmenart (Daemonorops draco), einer nur wenige Zentimeter dicken, aber bis zu 100 Metern langen, lianenartigen Palme. Man findet sie in sumpfigen Urwäldern von Sumatra und Borneo.
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Die roten Früchte der Drachenblutpalme sind mit einem Schuppenpanzer umgeben. Zwischen den Schuppen tritt das rote Harz aus, das gesammelt, gereinigt und zu etwa 1kg schweren Kugeln zusammengeschmolzen wird. Diese Kugeln schauen mit ihrem goldenen Siegel sehr prächtig aus. (siehe Abb.)
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Drachenbaum (Dracaena draco) auf den Kanarischen Inseln
Drachenbaum (Dracaena draco) auf den Kanarischen Inseln – Findet heute zur Gewinnung von Drachenblutharz keine Verwendung mehr.
Drachenblutharz wird noch heute, in Lacken, Firnissen und Farbmischungen für die Restaurierung alter Musikinstrumente verwendet.
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Duft und Wirkung

:Dem roten Harz der asiatischen Drachenblut- Palme wird, verbunden mit Weihrauch, Labdanum und Zeder, eine starke reinigende Wirkung nachgesagt.
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Alleine verräuchert, ergibt das Drachenblutharz einen starken, gelblichen, geheimnisvollen, herbwürzigen, aber eher leicht „brenzligen“ Rauch.
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Abbildung der Drachenblutpalme (Daemonorops draco)

Wikipediabeitrag zum Drachenblutbaum

Drachenblutharz bei ANANDAM

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Weihrauch räuchern mit Schnellzündekohle

Auf unseren Weihnachtsmärkten taucht immer wieder eine Frage auf: „Wie geht das eigentlich mit dem Räuchern von Weihrauch?“ Ich möchte hier einmal ausführlich auf das Räuchern von Weihrauch auf Holzkohle eingehen:

Schnellzündekohle
Schnellzündekohle

Weihrauch benötigt glühende Holzkohle zum Verräuchern. Heute gibt es dafür die praktische Schnellzündekohle.

die Herstellung der Holzkohle

Wie in uralten Zeiten wird Holzkohle erzeugt durch Erhitzen von trockenem Holz unter Luftabschluss. Dabei entweichen und verbrennen die leichtflüchtigen Bestandteile des Holzes.
Übrig bleibt ein Material, welches hauptsächlich aus Kohlenstoff besteht, mit interessanten Eigenschaften. Beim späteren geruchlosen Verbrennen raucht Holzkohle nicht und schlägt auch keine Flammen, genauso wie wir es bei der allseits bekannten Grillkohle kennen.

Anzünden von Schnellzündekohle mit einem Streichholz

Schnellzündekohle

Holzkohle zum Glühen zu bringen braucht allerdings etwas Geduld, wie jeder weiß, der schon einmal im Garten einen Grill „angeworfen“ hat. Eine praktische Lösung für dieses Problem ist die so genannte Schnellzündekohle.
Zur Herstellung von Schnellzündekohle wird gemahlene Holzkohle mit etwas Salpeter vermengt und in großen Pressen in eine Tablettenform gepresst. Der zugefügte Salpeter sorgt später beim Anzünden der Kohle für eine schnelle und gleichmäßige Erhitzung der Kohle.

Schale mit Sand

Beim Verbrennen der Holzkohle entstehen Temperaturen bis zu 450°C. Es ist unbedingt erforderlich die entstehende Wärme gut abzuleiten. Dafür brauchen Sie mindesten 3-4 Esslöffel Sand in einer Schale. Es handelt sich dabei übrigens um ganz gewöhnlichen Sand, wie z.B. Vogelsand.

Kohle anzünden

Um die Kohlekomprette anzuzünden fassen Sie die Kohle an einem Ende an, besser noch verwenden sie dazu eine Kohlezange. Halten Sie nun die Flamme eines überlangen Streichholzes bzw. eines Feuerzeugs unter den Rand der Kohlekomprette und warten Sie ein paar Sekunden ab. Durch das in der Kohle enthaltene Salpeter beginnt nun mit vernehmlichem Knistern und kleinen Funken die Kohle wie bei einer kleinen Wunderkerze abzubrennen. Läuft dieser Vorgang nach einigen Sekunden stabil weiter, können wir die Kohle auf dem Sand ablegen.

Durchglühvorgang

Die glühende Linie, die sich mit Knistern und Funkensprühen ganz langsam weiterbewegt, erreicht nach etwa einer Minute die gegenüberliegenden Seite. Nun hören die Geräusche auf. Die Kohle wurde durch diesen Vorgang stark erhitzt, so dass sie an einigen Stellen selbständig und sichtbar weiterglüht. Zum Verstärken der Glut kann man eventuell noch etwas Luft zufächern, so wie wir es auch beim Grillen tun.

Weihrauch auflegen

Nun können Weihrauch, oder andere duftende Harze, Hölzer oder Kräuter auf die Kohlepads gelegt werden. Seien Sie sparsam. Beobachten Sie erst einmal ein paar Minuten was passiert und legen Sie dann weitere Stückchen nach.

Nach etwa 15 -20 Minuten ist die Glut der Kohle aufgebraucht. Es bleibt weiße, mineralische Asche übrig. Die Kohle kann nicht wiederverwertet werden. Lassen Sie die Rückstände ausreichend abkühlen. Die aufgebrauchte Asche kann im Bio-Abfall entsorgt werden.

Weitere Hinweise – Tipps

Die Kohlepads sind eingeschweißt bzw. In Aluminiumfolien eingewickelt, um eine gute Verbrennung zu gewährleisten. Angebrochene Rollen sollten gut verschlossen an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Gute Lagerung sichert ein schnelles Zünden und eine lange Brenndauer.

Sicherheitshinweise
Seien Sich vorsichtig im Umgang mit Feuer und Glut. Kohle beim Anzügen nur so lange wie nötig festhalten. Benutzen Sie möglichst eine Kohlezange.

Achtung: Die Schale mit Sand kann sich bei Gebrauch stark erhitzen.
Stellen Sie die Räucherschale immer auf eine hitzebeständige, ebene, nicht gewachste oder lackierte Oberfläche. Der Betrieb kann bei starker Hitze zu Brandflecken führen. Keinem starken Wind aussetzen. Nicht unbeobachtet und nicht in Reichweite von Kindern belassen. Sorgen Sie für ausreichend Raumbelüftung.

Räucherkohle bei ANANDAM

Rosenweihrauch

Griechischer Rosenweihrauch
Griechischer Rosenweihrauch

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Griechischer Rosenweihrauch wird nach alten Rezepten auf der Halbinsel Athos von orthodoxen Mönchen hergestellt. Diese Produktion ist eine gute Einnahmequelle um den Lebensunterhalt der Mönche zu sichern.

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Fein gemahlener Weihrauch, Rosenöl und Rosenwasser mit allerlei weiteren Zutaten werden zu einem Teig vermengt, der immer wieder, unter ständigen Gebeten, geknetet und mit immer neuen Zutaten versetzt wird.

Berg Athos
Berg Athos

Am Ende wird der noch weiche Teig dünn ausgewalzt und mit einem Messer in kleine Streifen geschnitten, und dann in Stücke geteilt. Gegen das Verkleben werden die Teile in weißem Magnesiumpuder (wird auch von Sportlern und Bergsteigern für trockene Hände benutzt) gewendet und erhalten so ihr typisches Aussehen.

Ursprünglich wurde nur der Rosenduft für diese Spezialität verwendet, was diesem Räucherwerk auch den Namen gegeben hat.

kleines Bergkloster auf Athos
kleines Bergkloster auf Athos

Inzwischen gibt es aber ein große Anzahl weiterer Duftrichtungen, wie Lemone, Jasmin, Honig, Akazie usw. Nach Auskunft der griechischen Händler soll es sich bei den zugefügten ätherischen Ölen um 100% natürliche Materialien handeln. Ein gewisses Misstrauen ist aber angebracht.

Rosenweihrauch ist kein Industrieprodukt. Jeder Mönch hat sein eigenes Verfahren. Das Aussehen der Weihrauch-Stückchen kann daher variieren.

Rosenweihrauch-Transport
Rosenweihrauch-Transport

Das Leben in den Klöstern ist einfach und es gibt kaum ausgebaute Straßen. Daher muss der fertige Rosenweihrauch oft auf beschwerlichen Wegen mit Maultieren zum lokalen Großhändler transportiert werden.

Zum Rosenweihrauch im ANANDAM-Shop

Wikipedia-Seite über Athos

Offizielle Webseite Athos

Bildnachweis: ©Skordelis/ANANDAM

Weihrauch-Info

Was ist Weihrauch?

Weihrauchbaum im Oman
Weihrauchbaum im Oman

Weihrauch ist das Harz des Weihrauchbaumes (Burseacceae). Die Pflanze bevorzugt sehr hohe Sommertemperaturen und seltene, leichte Regenfälle. Weiterhin ist eine Lage an Gebirgsflanken mit verkarsteten, kalkhaltigen Böden zwischen 500m bis 1500m über dem Meer günstig. Hauptverbreitungsgebiet des Weihrauchs ist Südarabien (Dhofar-Gebirge), Nordsomalia, Eritrea, Äthiopien, Sudan und die Trockenwälder West- und Zentral-Indiens (Aravalli-Gebirge).

Die botanische Einteilung ist bis heute nicht ganz geklärt und auch die botanische Zuordnung eines vorliegenden Harzes nur durch Duft und Assehen ist schwer möglich. Heute unterscheidet man unter etwa 25 verschiedenen Boswellien-Arten.

Hier die für den Weihrauchhandel wichtigsten Sorten:

Boswellia sacra

(zur Produktseite bei ANANDAM)

Handelsbezeichnung:
Oman-Weihrauch – arabischer Weihrauch
Herkunftsland:
Oman, Dhofar-Gebirge
Aussehen: Besonders große, helle Stücke, stark duftend
Beschreibung: Dieser Weihrauch ist unübertroffen, besonders reich an ätherischen Ölen, intensiver, typischer Duft. Kaum im Westen erhältlich, da die spärliche Ernte, fast vollständig im Arabischen Raum verkauft wird.

Boswellia papyrifera
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Handelsbezeichnung: Olibanum eritrea
Herkunftsland: Äthiopien, Eritrea, Sudan
Aussehen: Meist kleinere Stücke, gelb bis bräunliche Färbung mit leichtem Grünstich kurz nach der Ernte
Beschreibung:
Allgemein gehandelte Sorte – süßes honigartiges Aroma

Boswellia carteri
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Handelsbezeichnung:
Olibanum somalia, Beyo, Aden-Weihrauch
Herkunftsland:
Somalia
Aussehen: Helle, gelbliche Färbung
Beschreibung:
Süß-würziges Aroma, wird gerne zum Destillieren von Weihrauchölen verwendet

Boswellia frereana
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Handelsbezeichnung: Maidi, Maydi, Yagcar, Luban Lami
Herkunftsland: Nordost-Somalia
Aussehen: Orange-weiße (Mais-)Färbung
Beschreibung: Intensiver, balsamischer Duft, verhältnismäßig weich, wird in Arabien gerne als Kaugummi verwendet.

Boswellia serrata
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Handelsbezeichnung: Indischer Weihrauch, Salakhi, Lobhan
Herkunftsland: Trockenwälder West- und Zentral-Indiens
Aussehen:
Bernsteinfarben, braun, grau
Beschreibung: Indischer Weihrauch hat sein eigenes typisches Aroma. Wichtiger Bestandteil in der Ayurveda-Medizin, reich an Boswelliensäure, in neuerer Zeit großes Interesse der medizinischen Forschung.

Weihrauch-Ernte

Die Weihrauchbäume sind seit Generationen in Besitz einzelner Großfamilien, die sich das Privileg erhalten haben, den Weihrauch zu ernten.

Weihrauchharz-Gewinnung
Weihrauchharz-Gewinnung

Die Bäume werden in einem Alter von ca. 8 Jahren das erste Mal beschnitten. Mit speziellen Messern wird dabei vorsichtig bestimmte Schichten der Rinde entfernt und nach einiger Zeit tritt ein weißes, klebriges Harz hervor, um die Wunde zu schließen. Nach ein paar Wochen ist dieses Harz ausgehärtet.

Das Harz, das beim ersten Anschaben des Baumes hervortritt, ist minderwertig und wird nicht genutzt. Es wird beim zweiten Schabvorgang, nach etwa drei Wochen, entfernt. Das nun in ausreichender Menge und Qualität austretende Harz erstarrt zu tränenartigen Klumpen und wird nach ein bis zwei Wochen zum ersten Mal geerntet.

Während einer Saison bringt ein Weihrauchbaum je nach Alter, Größe und Zustand zwischen 3 und 10kg Ausbeute. Er darf nur in drei aufeinander folgenden Jahren abgeerntet werden und muss sich dann für ein paar Jahre erholen.

Qualität von Weihrauch

Woran erkennt man hochwertigen Weihrauch?
Weihrauch ist ein reines Naturprodukt, Die Weihrauchbäume wachsen praktisch ohne Pflege, Dünger etc. Diesem Rohstoff werden keine Zusätze, Parfümierung, Färbung zugegeben.

Duft: Ein „heller“, frischer, feierlicher zitrus-honig-artiger Duft. Schlechter Weihrauch riecht muffig.
Farbe: Je heller das Harz desto höher der Preis
Größe: Aufteilung in Klassen, z. B: Peasize, First Choice, Granen usw. Je größer die Harzstückchen, desto mehr wird dafür geboten. Sehr große Stücke sind zwar schön anzusehen, aber am Ende unpraktisch für das Verräuchern.
Reinheit: Weihrauch ist in der Regel handsortiert und befreit von allen „Fremdkörpern“. Guter Weihrauch hat nur einen sehr geringen Staubanteil und wird mehrfach gesiebt.
Weihrauch sollte kühl und trocken gelagert werden. Für unsere Zeitbegriffe, ist er mit minimalen Qualitätsverlusten unbegrenzt haltbar.

Geschichte des Weihrauchs

Die Verwendung von Balsamen und Harzen reicht bis in die Steinzeit zurück. Schon vor über 4.000 Jahren gab es im alten Babylon einen regen Weihrauchhandel mit Indien, Arabien und Syrien. Im altbabylonischen Sippur haben die Weihrauchhändler vermutlich schon in einer ihrer Zunft zugewiesenen Gasse gewohnt. Aromatische Harze, wie Weihrauch und Myrrhe waren vor allem in der Antike eine wichtige Handelsware, die eine ganze Regionen zu unbeschreiblichem Reichtum führten.

Die Weihrauchstraße

Eine uralte Handelsstraße, auf der das südarabische Olibanumharz, neben Gewürzen und Edelhölzern, Seide und Edelsteinen aus Indien, seinen Weg in den Mittelmeerraum fand. Nach verschiedenen Angaben sollen schon um 250 v.Chr. Harze auf diesem Weg transportiert worden sein. Die südarabischen Stadtstaaten und Königreiche waren nacheinander Herren dieser wichtigen Handelsstraße und wurden dadurch reich und mächtig. Später kamen die Weihrauchstraße und der Weihrauchhandel unter die Kontrolle der sagenumwobenen „Könige von Saba“. Nach wechselvollen Jahren folgten die Römer und ein paar Jahrhunderte später folgte der islamische Einfluss. Der geradezu unermessliche Reichtum dieser Region blieb bis in das späte Mittelalter erhalten.

Weihrauch wurde schon seit dem Altertum auch als Olibanum bezeichnet. Für den Ursprung dieses Namens gibt es verschiedene Deutungen. Man nimmt an, dass es sich von „Öl aus dem Libanon“ ableitet, weil man lange im Libanon den Ursprung dieses Harzes annahm. Andere vermuten den Ursprung im arabischen Wort „luban“, was „Milchsaft“ bedeutet, oder hebräisch „lebona“, was so viel wie „weiß sein“ bedeutet….

Quellen:
„Weihrauch und Myrrhe“ D. Martinez – WVG Stuttgart
Fotos mit freundlicher Erlaubnis von Georg Popp (www.oman.de)